Der Konjunktiv

Der Konjunktiv ist einer von drei grammatikalischen Modi der deutschen Sprache. Neben dem Alltagsgewand, dem Indikativ, und dem harschen Imperativ ist er der Sonntagsanzug. Er wird verwendet, um Möglichkeiten auszudrücken, Vermutungen anzustellen, etwas in Zweifel zu ziehen oder andere zu zitieren.

Er gilt heute bereits als veraltet in vielen Formen, ist aber durch seine Möglichkeit, das Unvorstellbare in Worte zu packen, die Form der Hochsprache und gilt als ein Zeichen der menschlichen Phantasie, Kreativität und Intelligenz.

Der Konjunktiv als Form der indirekten Rede

Einer der alltäglichen Verwendungen des Konjunktivs ist die indirekte Rede. Peter sagt: “Ich esse gern Eis“. Daraus wird: Peter sagte, er esse gerne Eis. Das “esse” aus dem Aussage-Satz, das dort in der 1. Person Singular steht, wird zum “esse” im Konjunktiv der 3. Person Singular.

Weitere Beispiele: Tina sagt: “Peter mag Eis.” Daraus wird in der indirekten Rede: Tina sagt, dass Peter gerne Eis möge. Hier haben wir auch eine der typischen Erkennungsmerkmale der deutschen Möglichkeitsform, den Umlaut. Aus dem “a” in “mag”, wird das “ö” in “Mögen”.
Außerdem kann der Konjunktiv in dieser Form, dem sogenannten Konjunktiv I, auch zum Äußern von Wünschen genutzt werden. Man nennt das eine optative Verwendung – aus dem Lateinischen.

Ach, möge es doch Eis vom Himmel regnen.
Auf dass wir bald wieder so schön zusammen sitzen können.

Eine andere Form ist der sogenannte Jussativ – etwas spöttisch auch als Kochbuch-Imperativ bezeichnet –, der sich dann so anhört:
“Man nehme drei Pfund Butter, gebe etwas Salz hinzu und rühre kräftig.”
In der Aussage ist das klar eine Anweisung, die eigentlich den Imperativ erfordert, weil der aber so unfreundlich klingt, muss der nette Cousin einspringen.

Der Konjunktiv ist einer von drei grammatikalischen Modi der deutschen Sprache.

Der Konjunktiv ist einer von drei grammatikalischen Modi der deutschen Sprache.

Der Konjunktiv enthüllt den Lügner

Zur Hochform schwingt sich die deutsche Sprache immer dann auf, wenn der Konjunktiv II benutzt wird. Ihn braucht man dazu, um seinen Zweifel an Dingen kund zu tun. Gebildet wird er mit einer noch weitergehenden Ableitung im Umlaut.
Peter sagt, mit Schokoladenstücken im Mundwinkel: “Ich hab das Eis nicht gegessen.
Daraus wird: Peter behauptete, er hätte das Eis nicht gegessen.
Peter sagt, mit Schokokrümeln am Kinn: “Ich bin unschuldig.
Peter behauptete, er wäre unschuldig.
Im Konjunktiv, wenn man dem Schleckermaul also wirklich Glauben schenkt, wird daraus: “Er habe das Eis nicht gegessen.” Und: “Er sei unschuldig.”

Einige Übungen zum Konjunktiv

Im folgenden haben wir einige Übungen zum Konjunktiv für Sie zusammengestellt:

  1. Übersetzen Sie die Rede eines Schauspielers im Fernsehen in die indirekte Rede. Achten Sie darauf, auch die sogenannte inquit-Formel zu verwenden (er sagte).
  2. In der Tageszeitung finden sich häufig Aussagen von Politikern, dort stehen sie manchmal in der direkten Rede (mit Anführungszeichen) und manchmal ohne. Üben Sie doch einmal aus der direkten indirekte Rede zu machen.
  3. Im Internet gibt es wertvolle Seiten mit Übungsaufgaben zum Konjunktiv II und Übungen zur indirekten Rede.

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